Bob Dylan – Blood On The Tracks (MoFi Onestep vs. 33 RPM)

Für die Ultradisc One-Steps unternimmt MoFi einen gewaltigen Aufwand, um die Klangqualität zu steigern. Das gelingt bei Blood On The Tracks so gut, dass wir es zunächst kaum glauben konnten.

Bob Dylan Blood 75 Front
Bob Dylan – Blood On The Tracks, NL 1975
Bob Dylan Blood Onestep Front
Bob Dylan – Blood On The Tracks, Ultradisc Onestep, 2019

Welche Versionen von Bob Dylan – Blood On The Tracks werden verglichen?

Bei der Version von Blood On The Tracks aus dem Jahr 1975 handelt es sich um eine Erstpressung für den europäischen Massenmarkt aus Holland. Erkennungsmerkmal laut Discogs: Nur die erste Pressung hatte die originalen Liner Notes von Pete Hamill auf der Rückseite des Covers. Check!

Die MFSL One-Step Ultradisc ist eine Edel-Auflage aus dem Hause Mobile Fidelity Sound Lab, die 2019 in einer Auflage von 9.000 handnummerierten Exemplaren erschien.

Ein paar Gedanken zu Bob Dylan – Blood On The Tracks

Das Album erschien 1975 als das 15. Studioalbum von Bob Dylan. Alle Titel für das Album wurden zunächst im September 1974 in New York als spärlich instrumentiertes Album aufgenommen. Meist war nur der meister selbst an Gitarre, Gesang und Mundharmonika zu hören. Gelegentlich gesellte sich noch Tony Brown am Bass dazu. Doch Dylan wäre nicht Dylan, wenn er damit schon zufrieden gewesen wäre. Deshalb wurden fünf Songs Im Dezember 1974 unter der Mithilfe von Dylans Bruder David in Minneapolis mit einer Band aus lokalen Studiomusikern neu aufgenommen.

Bob Dylan bezeichnete Blood On The Tracks als Wendepunkt in seinem Schaffen. Nach seinem Motorradunfall im Jahr 1966 war der Meister nach eigenen Angaben nicht mehr dazu in der Lage, neue Songs „im Bewusstseinsstrom zu finden“, wie er das zuvor häufig getan hatte. Ab Blood On The Tracks sei der Prozess der Komposition viel bewusster und kontrollierter erfolgt.

Viele der Songs werden als autobiographisch gedeutet. Sie sollen demnach die zunehmende Entfremdung von seiner damaligen Ehefrau Sara behandeln. Dylan selbst bestritt dies mehrfach vehement. Immerhin: Saras und Bobs gemeinsamer Sohn Jakob Dylan, kann nach eigenen Aussagen seine „Eltern reden hören“, wenn er die Songs hört.

Was macht die Onestep Ultradisc so besonders?

One Step beschreibt den Prozess der LP-Fertigung wie diese Ausgabe von Blood On The Tracks hergestellt wurde. Es handelt sich dabei um einen wahnsinnig aufwendigen Prozess, der im günstigsten Fall zu sehr guten LPs führt, deren Klang näher am Masterband ist, als es bei den meisten industriell gefertigten Platten möglich wäre. Die MoFi ist also etwas ganz Besonderes. Und deshalb ganz besonders teuer.

Wie sind die beiden Versionen von Blood On The Tracks ausgestattet

Der holländischen Erstpressung lag ursprünglich wohl eine bedruckte Innenhülle bei. Diese ist jedoch bei unserem Exemplar längst verschwunden.

Die MoFi kommt in einem Boxset daher. In Schaumstoff oben und unten gepolstert, finden sich die beiden 200g-LPs in edlen MoFi-Antistatik-Hüllen. Diese stecken jeweils in eigenen Kartons sowie einen zusätzlichen Schuber, dem sogenannten Stiffener. Zusätzlich gibt es ein Insert, das den Onestep-Prozess erklärt und ein Insert, das Vorder- und Rückseite des Original-Covers abbildet.

Wie gut klingen die MoFi Onestep Ultradisc und die CBS-Pressung von Blood On The Tracks?

Kaum sitzt die Nadel in der Rille, fällt schon der erste Unterschied auf: Bei der MoFi-Version von Blood On The Tracks gibt es praktisch keine Hintergrundgeräusche. Es herrscht Totenstille bevor die ersten Akkorde von Tangled Up In Blue ertönen. Das „Super Vinyl“ – ihr wisst schon. Die weiteren Unterschiede lassen nicht lange auf sich warten. Der Zuhörer scheint näher an der gesamten Band zu sein. Die Snaredrum hat mehr Attack und auch mehr Teppich, die Gitarre wirkt seidiger, hat mehr Glanz in den Mitten. Ähnlich das Bild bei Simple Twist Of Fate.

Im direkten Vergleich macht die 33er den Anschein, als hinge ein Vorhang vor den Lautsprechern. Wenn die 45er MoFi aufliegt, ist der Vorhang weg. Jedes Instrument steht hier präzise ortbar im Raum. Die Qualität ist wirklich beeindruckend.

Der MoFi gelingt es, dass flottere Stücke wie Lily, Rosemary And The Jack Of Hearts mit noch mehr Drive daherkommen.

Bei ruhigeren Stücken sind es die Klangfarben das reinste Erlebnis. So besitzt die zwölfsaitige Gitarre in If You See Her, Say Hello bei der holländischen Erstpressung gefühlt ein paar Saiten weniger als bei der 45er aus dem Hause MoFi.

Anders als bei den MoFi-Versionen von Bringing It All Back Home, Blonde On Blonde oder John Wesley Harding macht auf Blood On The Tracks nicht die Gesangsstimme den Unterschied. Hier ist es die Band, die mit spürbar mehr Verve aus den Boxen tönt und den Zuhörer mitreißt. Gänsehaut garantiert.

Wie unterscheiden sich Pegel und Frequenzgang der MoFi Onestep- und der CBS-Pressung?

Wellenform-Diagramm der ersten drei Titel von Seite 1: Tangled Up In Blue, Simple Twist Of Fate und You’re A Big Girl Now (vlnr.).

Im Wellenform-Diagramm der ersten drei Titel auf Seite 1 lässt sich erkennen, dass die MoFi einen Tick lauter ist und ein klein wenig mehr komprimiert wurde. Deshalb erreichen bei der MoFi (schwarzer Graph) etwa bei Tangled Up In Blue mehr Pegelspitzen den Anschlag des Limiters als bei der 33er aus Holland (blauer Graph). Doch schon bei den folgenden Titeln Simple Twist Of Fate und You’re A Big Girl Now zeigt sich, dass Toningenieur Krieg Wunderlich genügend Headroom für Dynamik gelassen hat.

Frequenz-Spektrogramm der ersten drei Titel von Seite 1: Tangled Up In Blue, Simple Twist Of Fate und
You’re A Big Girl Now (vlnr.).

Das Frequenz-Spektrogramm derselben drei Titel verrät, dass bei der MoFi etwas mehr im Bass (orangene Flächen am unteren Rand) geboten wird. Im Grundtonbereich lassen sich indes kaum Unterschiede erkennen. Erst im Höhenbereich sind wieder mehr gelbe Flächen im Diagramm der MoFi sichtbar. Im Hörtest war dies als Glanz wahrnehmbar.

Frequenz-Spektrogramm der ersten drei Titel von Seite 2: Meet Me In The Morning,
Lily, Rosemary And The Jack Of Hearts
, If You See Her, Say Hello (vlnr.).

Bei den ersten Titeln der Seite 2 bescheinigt das Frequenz Spektrogramm besonders beim zweiten Titel Lily, Rosemary And The Jack Of Hearts der MoFi ein sehr deutliches Plus im Bass. Sichtbar als orangene Flächen am unteren Rand. Dies machte sich im Hörtest jedoch nicht in einem dröhnenden Bass-Overkill bemerkbar, sondern in einem sehr straffen und präzisen Fundament, das sich zu keiner Zeit in den Vordergrund drängte.

Welche Pressung von Bob Dylan – Blood On The Tracks ist besser?

Das hört wirklich jeder! Die MoFi Onestep Ultradisc von Bob Dylans Blood On The Tracks klingt mit so großem Abstand besser, wie wir es selten erlebt haben. Die Unterschiede sind so deutlich, dass es schwerfällt, alle aufzuzählen. Kurz gesagt, steht die Band mitten im Raum, jede Nuance des Spiels wird hörbar. Gitarren bekommen mehr Körper, jeder Anschlag des Klaviers lässt sich unterscheiden, die Stereobühne ist breiter, die Staffelung tiefer. Einfach alles ist besser… Dicke Kaufempfehlung für die Blood On The Tracks von MoFi.  

Titelliste

Side 1

  • Tangled Up In Blue
  • Simple Twist Of Fate
  • You’re A Big Girl Now
  • Idiot Wind
  • You’re Gonna Make Me Lonesome When You Go

Side 2

  • Meet Me In The Morning
  • Lily, Rosemary And The Jack Of Hearts
  • If You See Her, Say Hello
  • Shelter From The Storm
  • Buckets Of Rain
InterpretBob Dylan
TitelBlood On The Tracks
LabelCBSMobile Fidelity Sound Lab
Veröffentlicht19752019
Katalognummer69097UD1S 2-006
Format12“2×12“
Umdrehungen/Minute33 1/345
TypAlbumAlbum
CoverSingle SleeveBoxset
BeigabenInsert
Laquer cut byk.A.Krieg Wunderlich
Presswerkk.A.RTI
Matrix-RunoutCBS 69097-1 AL 33235 CBS 69097-2 BL 33235UD1S 2-006A 19 KW@MOFI 33129.1 (1)… UD1S 2-006B 19 KW@MOFI 33129.2 (1)… UD1S 2-006C 20 KW@MOFI 33191.3 (1)… UD1S 2-006D 20 KW@MOFI 33191.4 (1)…
Auflage/Limitierung9.000
Fortlaufende Nummer7.583
HerstellungslandNiederlandeUSA
Blood On The Tracks in der bürgerlichen ...
Blood On The Tracks in der bürgerlichen …
Die Liner Notes waren wohl nur bei der Erstpressung auf dem Cover Rückseite abgedruckt.
Die Liner Notes waren wohl nur bei der Erstpressung auf dem Cover Rückseite abgedruckt.
Bob Dylan - Blood On The Tracks, NL 1975, Seite 1
Bob Dylan - Blood On The Tracks, NL 1975, Seite 2
... und in der superedlen Ausgabe von MoFi.
… und in der superedlen Ausgabe von MoFi.
Limitiert und handnummeriert: 1583 oder 7583? Egal, die Limitierung beträgt 9.000 Stück.
Limitiert und handnummeriert: 1583 oder 7583? Egal, die Limitierung beträgt 9.000 Stück.
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Seite 1
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Seite 2
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Seite 3
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Seite 4
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Insert
Bob Dylan – Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Insert
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Insert
Bob Dylan – Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Insert
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Cover Front 1
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Cover Back 1
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Cover Front 2
Bob Dylan - Blood On The Tracks, MoFi, 2019, Cover Back 2

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